Sinfoniekonzert
Stadt-Casino Basel
Sonntag, 20. November 2011, 17.00 Uhr
Das Programm
Antonín Dvořák
1841-1904
Cellokonzert h-Moll, op. 104
Allegro
Adagio ma non troppo
Allegro moderato
Pause
Georges Bizet
1838-1875
L'Arlésienne, Suite Nr. 1
Ouverture, Allegro deciso
Minuetto, Allegro giocoso
Adagietto, Adagio
Carillon, Allegro moderato
L'Arlésienne, Suite Nr. 2
Pastorale, Andante sostenuto assai
Intermezzo, Andante moderato ma con moto
Menuet, Andante quasi Allegretto
Farandole, Allegro deciso
Zum Werk
Antonín Dvořák (1841-1904)
Cellokonzert h-Moll, op. 104
Antonín Dvořák konnte erst mit 16 Jahren in Prag eine Musikerlaufbahn beginnen, da sein Vater zuvor auf einer Ausbildung zum Metzgergesellen bestand. Er wurde Organist und Orchesterbratscher. 1875 erhielt er ein Künstlerstipendium. Johannes Brahms, der sich auch in der Jury befand, empfahl dem Verlag Simrock, Kompositionen von Dvořák zu drucken. Von da an breitete sich das Interesse für seine Musik in Europa und der USA, wo er als Direktor des National Conservatory in New York von 1882 – 1885 tätig war, schnell aus. Bis zu seinem Tod gehörte er als „Böhmischer Brahms“ zu den am meisten geschätzten Komponisten seiner Zeit.
Das Cellokonzert war das letzte grössere Werk, das Dvořák in Amerika geschrieben hat. Der „böhmische“ Charakter weist wohl darauf hin, dass er sich sehr nach seiner Heimat sehnte.
Obwohl Dvořák einen grossen Orchesterapparat einsetzt, steht das Solo immer im Mittelpunkt, ohne gegen eine übermächtige Klangmasse ankämpfen zu müssen. Einzelne Instrumente wie Horn, Klarinette und Flöte dialogisieren mit ihren warmen Klangfarben mit dem Solocello. Im zweiten Satz (Adagio) zitiert das Solocello das Lied „Lasst mich allein“ aus Dvořáks op. 82. Es war ein Lieblingslied seiner Jugendliebe, von deren Tod er während seiner Kompositionsarbeit erfuhr. Am Ende des dritten Satzes nimmt Dvořák dieses Liedthema nochmals auf,musikalisch als satzübergreifendes Zitat, programmatisch als Erinnerung an seine Jugendliebe. Er schliesst aber nicht damit ab, sondern endet in einer Schlussstretta.
Georges Bizet (1838-1875)
L'Arlésienne, Suite Nr. 1 & Nr. 2
Georges Bizet lebte, abgesehen von einem Aufenthalt in Rom, immer in Paris. Er erhielt den ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter und wurde schon als Zehnjähriger mit einer Sondererlaubnis zum Studium am Pariser Conservatoire zugelassen. Dort erhielt er einen Kompositionsunterricht, der sehr strengen Regeln unterlag und seine Kreativität stark einschränkte. Das erklärt vielleicht seine traditionelle Kompositionsweise. Nachdem er den begehrten „Prix de Rome“ errungen hatte, versuchte sich Bizet als Opernkomponist zu etablieren. Seine Vorbilder waren vor allem Charles Gounod und Jacque Offenbach.Obwohl Bizet auch zahlreiche Orchesterwerke geschrieben hat, sind nach seiner berühmtesten Oper „Carmen“ die orchestralen Entlehnungen aus seinen Bühnenwerken am bekanntesten.
„L‘Arlésienne“, ein fünfaktiges Theaterstück von Alphonse Daudet, zu dem Bizet eine Schauspielmusik geschrieben hatte, handelt von der unglücklichen und in Selbstmord endenden Liebe eines Bauernjungen zu einer Schönen, die dieser in Arles gesehen hatte. Das Stück war bei der Uraufführung zwar durchgefallen, Bizets Musik jedoch als originell anerkannt worden. Das ermutigte ihn, vier Orchesterstücke daraus zu einer Suite zusammenzufügen. Die Melodien sind in ihrer Form südfranzösischer Folklore entlehnt. Diese erste „L‘Arlésienne-Suite“ wurde am 10. November 1872 uraufgeführt.
Die zweite Suite wurde von einem Freund Bizets erst nach seinem Tod he-rausgegeben und enthält neben weiteren Stücken aus der Schauspielmusik auch Teile aus der Oper „La jolie fille de Perth“.
Solist
Konstantin Manaev - Violoncello
Philharmonisches Orchester Basel